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Demnächst

Freitag  "Tango del Barrio"
Tango an der Hochschule Lernen - Üben - Tanzen

Donnerstag 

Tango am Abend
Dinzler Irschenberg

Silvestertango
31.Dezember, ab  20:00
St. Michael, Rosenheim

Tango ist Weltkulturerbe und … Tango ist Kultur zum Selbermachen

Der Tango ist am Rio de la Plata entstanden, nachdem Millionen von Menschen
auf der Suche nach einem neuem Leben dem Elend ihrer Heimat den Rücken gekehrt hatten. Tango ist eine Kultur, die einst von Auswanderern verschiedenster Nationen geprägt wurde  -  und heute treffen sich Menschen auf der ganzen Welt zum Tango tanzen.

 

Beim Tango begegnen sich Menschen jeden Alters; Menschen, die  für Begegnungen mit anderen Menschen offen sind. Wer sich mit Tango Argentino beschäftigt, lernt eine Form der Begegnung kennen, die Menschen jeder Sprache miteinander verbinden kann.

 

Beim Argentinischen Tango geht es nicht um Schrittfolgen, sondern um den achtsamen Umgang mit dem Partner. Tango ist Improvisation im Augenblick. Mit jedem Schritt ergeben sich neue Möglichkeiten. Tango tanzen ist ein Dialog zweier Körper. Wie bei einem guten Gespräch gibt es nur aktive Rollen: auf Impulse folgen Antworten, die wieder zu Reaktionen führen, ein stetiger Dialog zwischen zwei Partnern.

Tango Unterricht

Vorab: Eine genderneutrale Sprache wird gerade in Deutsch extrem sperrig. Wir bleiben daher bei den Rollen-Bezeichnungen Mann für den Führenden und Frau für die Folgende unabhängig vom (biologischen) Geschlecht und verstehen darunter ausschließlich die Funktion im Paar ohne jede Wertung.

 

Tango Argentino lernen ist wie das Erlernen einer neuen Sprache.
Bei einer Sprache beginnen wir mit einzelnen Wörtern und einfachen Dialogen: My name is John, what is your name?
Beim Tango ist es ähnlich. Glücklicherweise bringen wir die wichtigsten "Wörter"  schon mit: normales Gehen wie bei einem Spaziergang zu zweit,
nebeneinander und untergehakt: vorwärts, rückwärts, um die Kurve. Um Tango zu tanzen, müssen wir nur die Position ändern: wir stehen nun voreinander – und gehen trotzdem gemeinsam spazieren!
Natürlich erfordert die veränderte Position nun eine genauere Abstimmung der gemeinsamen Bewegung: mit welchem Fuß geht es los?

Der Mann macht einen Vorschlag, die Frau antwortet, der Dialog ohne Worte beginnt. Dieses "Führen und Folgen" ist nicht ein Gegensatz "aktiv/passiv" und keinesfalls ein "Befehlen und Gehorchen", es ist vielmehr "Einladen und Annehmen der Einladung". Der Mann gibt Führungsimpuls und Raum, die Frau setzt den Impuls in ihrer Bewegung um und diese wird wiederum vom Mann begleitet, beide Rollen sind aktiv: die Frau tanzt selber (Gerrit Schüler)!

 

In unseren Basiskursen geht es um Aufmerksamkeit und Rücksicht gegenüber dem Partner und um die Fähigkeit, sich selbst natürlich und eindeutig zu bewegen. Sogenannte „Figuren, Kombinationen, Schrittfolgen“ dienen nur als Material, um den „Dialog im Paar“ anhand verschiedener Techniken  (Stoppen, Drehen, Richtungswechsel …) zu entwickeln und zu üben. Die Basiskurse B1 bis B4 bilden ein solides Fundament, damit kann man auf einer Milonga*) bestehen.

 

In den Aufbaukursen „Organisch Tanzen“ verfeinern wir die Kommunikation im Paar weiter. In der Bewegung werden immer mehr "Schaltstellen" erkannt, die Zahl der möglichen Variationen wächst. Neue Techniken (z.B. drehen, Bewegungen abbrechen, beschleunigen, verstärken …) eröffnen dem Paar weitere Möglichkeiten, die Musik in Bewegung umzusetzen. Hierzu gehören auch Kurse zu den Besonderheiten von Milonga*) (B6) und Vals (B5).

 

Die workshops (meist  1x90 oder 2x90 Minuten) behandeln spezielle Themen und berücksichtigen Wünsche unserer Teilnehmer. Zum Beispiel:

- Canyengue, der Ganoventango

- Ganchos und andere Verwicklungen

 

Noch individueller sind Privatstunden, welche wir nach Vereinbarung gerne anbieten.

Milonga "Tango del Barrio"

Das Tanzen auf einer Milonga*) ist das "echte Tango-Leben". Nur Kurse  zu besuchen, ist wie Fußball ohne Ball oder Theaterproben ohne Aufführung.

Wir bieten mit unser Milonga Tango del Barrio°) regelmäßig die Gelegenheit, das Gelernte anzuwenden und dabei mit verschiedenen Partnern zu tanzen. Die Musikauswahl ist eine Mischung unterschiedlicher Stilrichtungen und wird wie in Buenos Aires üblich durch Tandas (Tanzrunden) und Cortinas (Zwischenmusik) strukturiert.

 

Eine Tanda besteht bei uns immer aus drei Stücken gleicher Art, z.B. traditioneller Tango, moderner Tango, non-Tango, Milonga oder Vals und dauert um die 10 Minuten.

Während der Cortina trennen sich die Paare, die Tanzfläche leert sich, um sich mit Beginn der nächsten Tanda mit neuen Tanzpaare wieder zu füllen. Aufgefordert wird meist durch Blickkontakt (Mirada und Cabeceo).

 

Tandas mit Cortinas haben viele Vorteile:

- man weiß mit den ersten Takten, welche Art von Musik in dieser Tanda kommt

- eine Tanda ist auch bei ungünstiger Konstellation der Partner durchzuhalten

- der "Abschied" ist vorgegeben, mögliche Peinlichkeiten werden vermieden

- alle Tänzerinnen und Tänzer sind gleichzeitig "verfügbar".

 

Auf einer Milonga kann es schon mal eng werden, gerade dann ist es wichtig, Rücksicht zu nehmen, die Tanzrichtung beizubehalten, aufzuschließen und überholen zu vermeiden.

 

*) Mit "Milonga" wird sowohl eine Tanzveranstaltung als auch eine meist fröhliche schnellere Tanzmusik bezeichnet.

°) "Barrio" steht für Stadtteil oder Vorort, jedenfalls für ein abgegrenztes bekanntes Viertel , in dem man sich sicher und zuhause fühlt.